Jahresabschlussprüfung

Was ist eine Jahresabschlussprüfung?

Die Jahresabschlussprüfung bezeichnet die Prüfung eines Jahresabschlusses zum Ende eines Geschäftsjahres durch einen Wirtschaftsprüfer. Dabei wird überprüft, ob beispielsweise die Bilanz, der Lagebericht und die GuV-Rechnung eines Unternehmens den gesetzlichen Vorschriften für die Rechnungslegung entsprechen.

Während kleine Kapitalgesellschaften eine freiwillige Jahresabschlussprüfung durchführen lassen können, sind große und mittelgroße Kapitalgesellschaften dazu verpflichtet, den Jahresabschluss durch einen Wirtschaftsprüfer prüfen zu lassen. Dabei ist die Prüfung so anzulegen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße gegen die Rechnungslegungsvorschriften, die sich auf die Darstellung des sich nach § 264 Abs. 2 HGB ergebenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Kapitalgesellschaft wesentlich auswirken, bei gewissenhafter Berufsausübung erkannt werden.


Risikoorientierter Prüfungsansatz

Um sich speziell mit den individuellen Geschäftsrisiken des zu prüfenden Unternehmens zu beschäftigen, wurde der risikoorientierte Prüfungsansatz (IDW PS 261) international zu einem geschäftsrisikoorientierten Prüfungsansatz weiterentwickelt. Die Prüfung in Unternehmen erfolgt dadurch nicht mehr anhand standardisierter Prüfungshandlungen, sondern auf Basis eines umfassenden Verständnisses der Abschlussprüfer für das Geschäft und die Branche des Mandanten im Hinblick auf eine bessere Reaktion auf die relevanten Prüfungsrisiken.

Bei der Prüfung müssen Abschlussprüfer daher alle Faktoren berücksichtigen, die sich auf das Prüfungsrisiko auswirken können - auch auf solche, auf die der Wirtschaftsprüfer keinen Einfluss nehmen kann. Man unterscheidet zwischen sogenannten inhärenten Risiken und Kontrollrisiken.

Unter die inhärenten Risiken fallen beispielsweise:

  • makroökonomische Faktoren, z. B. die konjunkturelle Lage, Internationalisierung
  • branchenspezifische Faktoren, z. B. die Lage des Wirtschaftszweiges
  • mandantenspezifische Faktoren, z.B. wirtschaftliche Lage, Größe des Managements, IT-Strukturen
  • prüffeldspezifische Faktoren, z. B. komplexe Berechnungen, Schätzungen

Kontrollrisiken bezeichnen die Umstände, die auftreten, wenn die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems beim Mandanten nicht oder unzureichend gegeben ist.


Vor welchen Herausforderungen stehen Wirtschaftsprüfer?

Diese Umstände im Kopf, stellen Wirtschaftsprüfer vor die Herausforderung, den Jahresabschluss unter Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften durchzuführen. Gleichzeitig müssen sie sich in einem scharfen Preiswettbewerb behaupten. Um die Prüfung effizient durchführen zu können, müssen sich Abschlussprüfer darüber im Klaren sein, was die relevanten Geschäftsrisiken des Mandanten sind und mit welchen Mitteln hierauf in der Jahresabschlussprüfung zu reagieren ist.


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