Rechnungslegung nach HGB, IFRS und US-GAAP

Was bedeutet Rechnungslegung?

Unter Rechnungslegung versteht man die Dokumentation aller betrieblicher Prozesse in einem Unternehmen sowie deren Verwendung finanzieller Mittel.

In Deutschland wird die Rechnungslegung durch die Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) bestimmt. Deutsche Unternehmen müssen demnach ihren Einzelabschluss nach HGB erstellen. Diese Rechnungslegung nach dem HGB (sog. Handelsbilanz) ist aber auch bedeutsam für die steuerrechtliche Rechnungslegung (sog. Steuerbilanz bzw. E-Bilanz).

Für die Erstellung eines Konzernabschlusses bestehen weitere Vorgaben an Unternehmen: Kapitalmarktorientierte Konzerne und Unternehmen sowie Tochterunternehmen ausländischer Konzerne müssen ihre Abschlüsse nicht nur nach HGB, sondern gleichzeitig auch nach den internationalen Standards IFRS aufstellen. Darüber hinaus bestehen weitere Rechnungslegungsstandards, die bei der Erstellung von Abschlüssen berücksichtigt werden können.


Rechnungslegung nach IFRS

Die International Financial Reporting Standards (IFRS) bezeichnen die Rechnungslegungsstandards, die 2001 zur Harmonisierung der internationalen Richtlinien eingeführt wurden. Sie sind verpflichtend anzuwenden, um für den europäischen Börsenhandel im Segment des regulierten Marktes zugelassen zu werden.


Rechnungslegung nach US-GAAP

Die amerikanischen Rechnungslegungsvorschriften United States Generally Accepted Accounting Principles (US-GAAP) beziehen sich auf einzelne Fälle, in denen Unternehmen z. B. über eine Börsennotierung den amerikanischen Kapitalmarkt in Anspruch nehmen. Diese sind dadurch nicht allgemein anwendbar. Die Vorschriften nach US-GAAP konkurrieren dabei mit den Vorschriften nach IFRS und sind nicht mit diesen deckungsgleich.


Weltweite Unterschiede der Rechnungslegung

Unterschiede innerhalb der Rechnungslegungsvorschriften existieren nicht nur bei der Handels- und Steuerbilanz, sondern z. T. auch weltweit.  Ein eindrucksvolles Beispiel ist hierfür die Bilanzierung von selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen. Nach den Vorschriften des HGB besteht hierfür ein Bilanzierungswahlrecht, jedoch nach den Vorschriften des deutschen Steuerrechts ein Bilanzierungsverbot. Wiederum kann hierfür eine Bilanzierungspflicht nach den internationalen Vorschriften in Betracht kommen, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Bei diesem Beispiel sind die Unterschiede offenkundig. In anderen Fällen liegen die Unterschiede hingegen im Detail.


Herausforderungen für Unternehmen bei der Konzernrechnung

Aufgrund der unterschiedlichen Vorgaben durch die nationalen und internationalen Rechnungslegungsstandards besteht für Unternehmen die Herausforderung, die Finanzinformationen so aufzubereiten, dass sie einheitlich geprüft werden können. Vor allem die Qualität der Ergebnisse und die Kosteneffizienz spielen dabei eine wichtige Rolle.