CAATs (Computer assisted auditing techniques)

Traditionelle Prüfungsansätze

Traditionelle Prüfungsansätze in der Internen Revision und der Jahresabschlussprüfung werden zu Recht dafür kritisiert, dass teilweise Prüfungsurteile ohne statistische Signifikanz zwischen Stichprobe und Grundgesamtheit getroffen werden.

Typischerweise betrifft dies Prüfungsgebiete mit Massendaten wie z.B. Forderungen, Verbindlichkeiten, Umsatzerlöse oder auch Vorräte. Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Prüfer beispielsweise 30-50 Vorgänge manuell aus einer Grundgesamtheit von mehreren Tausend, Hunderttausend oder auch Millionen Vorgängen zieht und zu dem Schluss kommt, dass die Kontrollen wirksam sind, wenn er in dieser Stichprobe keine Fehler feststellt. 

Stellt er einen Fehler in einer statistisch nicht signifikanten Stichprobe fest, ist die Frage, welche Schlussfolgerungen aus dem Ergebnis zu ziehen sind. Die Verantwortlichen des zu prüfenden Unternehmensbereichs werden beispielsweise eine Korrektur der gewählten Wertansätze nur akzeptieren, wenn der Prüfer seine Argumentation auf Basis von anerkannten mathematisch-statistischen Verfahren herleiten kann.

Problematisch kann es für einen Prüfer auch dann werden, wenn im Nachgang zu einer Prüfung Unregelmäßigkeiten auftreten. In diesem Falle wird sich der Prüfer nur exkulpieren können, wenn er zweifelsfrei und lückenlos seine Einschätzung zu einem bestimmten Prüfungsgebiet aus den durchgeführten Prüfungshandlungen ableiten kann.

 

Alternative CAATs

Mit Methoden der CAATs wird u.a. versucht, solche Schwächen der traditionellen Prüfung zu überwinden. Der Begriff CAATs – so, wie er vornehmlich im angelsächsischen Sprachraum verwendet wird – beschreibt sämtliche Methoden der computergestützten Analyse von Massendaten mit dem Ziel, Unregelmäßigkeiten aufzudecken.

Eine gut konzipierte CAATs-Prüfung erfolgt nicht nur auf Basis von Stichproben, sondern berücksichtigt alle Vorgänge/Transaktionen. Zum einen erlaubt eine CAATs-Prüfung die Prüfung des gesamten Datenbestandes (Vollprüfung) auf Auffälligkeiten, zum anderen den Einsatz von mathematisch-statistischen Stichprobenverfahren zur Festlegung des Umfangs manueller Prüfungshandlungen.

 

Beispiele für Vollprüfungen:

  • Überprüfung der Abschreibungsbeträge im Bereich des Anlagevermögens
  • Überprüfung der Reichweitenabschläge im Vorratsbereich
  • Belegnummernprüfung auf Vollständigkeit oder Lücken
  • Prüfung auf einseitige/nicht ausgeglichene Buchungen
  • Prüfung von Schnittstellen zwischen IT-Systemen

 

Beispiele für mathematisch-statistische Stichprobenverfahren

  • Bestätigungsaktionen im Bereich der Debitoren und Kreditoren
  • Periodenabgrenzung am Monats-/Quartals- oder Jahresende
  • Prüfung des Kreditbuchs bei Banken

 

Weitere Beispiele für den Einsatz von CAATs finden Sie in unserem Leitfaden „Prüfen mit IDEA“, den Sie hier kostenlos herunterladen können.